©Doris Heinrichs – stock.adobe.com: Mädchen mit Helm und Werkzeug

MÄDCHENARBEIT

Geschlechtssensible Jugendarbeit mit Mädchen 

WARUM MÄDCHENARBEIT?

Seit 1995 fördert das JugendReferat des Landes OÖ. geschlechtssensible Jugendarbeit in Jugendeinrichtungen, -zentren und -verbänden in vielfältiger Weise. Mädchen und Burschen erfahren und erleben ihre Erziehung, Freundschaft, Sexualität, Berufstätigkeit und vor allem ihre Chancen und Lebensperspektiven in unterschiedlicher Weise. Durch die Sozialisation wird die Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeit (insbesondere bei Mädchen) in vielen Fällen eingeschränkt.

ZIELE

Mädchenarbeit möchte in einer neu durchdachten Jugendarbeit das Verhältnis der Geschlechter untereinander in den Blick nehmen, aber auch der jeweiligen Einzigartigkeit Rechnung tragen und ein Miteinander in Partnerschaft, gegenseitiges Akzeptieren und Wertschätzung fördern.

  • Rollenbilder hinterfragen und Benachteiligungen aufzeigen
  • selbstbestimmte Gestaltungs-, Erlebnis- und Entwicklungsmöglichkeiten für Mädchen fördern
  • Schutz vor (sexueller) Gewalt

UNTERSTÜTZUNGEN

  • Beratung, Unterstützung bei Konzeptarbeit
  • Koordination und Vernetzung von MitarbeiterInnen und Projekten in der mädchenspezifischen Jugendarbeit
  • Fort- und Weiterbildung für MädchenarbeiterInnen
  • finanzielle Förderung von Modellen
  • Arbeitskreis Mädchenarbeit
  • Fachspezifische Bibliothek und didaktisches Material
  • interessante Links

THEMENBEREICHE

Themenbereiche von Mädchenarbeit in Mädchengruppen oder -treffs können sein:

  • Gesundheit, Körperbewusstsein und Diätwahnsinn
  • Freundschaft, Sexualität
  • Gewaltprävention
  • private und berufliche Lebensplanung
  • Handwerk - Technik - Mädchen
  • Rollenklischees
  • Mädchenkultur und Freizeitprojekte
  • ....
Fotoquelle: ©Peter Atkins – stock.adobe.com: Junger Bursche lehnt an Hausmauer

BURSCHENARBEIT

Geschlechtssensible Jugendarbeit mit Burschen 

Das LandesJugendReferat veranstaltet seit Herbst 2010 eine ganze Reihe von Aktivitäten, um Mulitplikatoren der Jugendarbeit, die sich mit der Materie "Burschenarbeit" befassen und auseinandersetzen, zu unterstützen.

Geplant sind unter anderem: regelmäßige Meetings in lockerer Atmosphäre sowie Diskussionsforen und Inputs von Fachleuten. Wesentlich dabei ist, dass die teilnehmenden männlichen Multiplikatoren sich einbringen und mitarbeiten, um so gemeinsam Lösungen zu spezifischen Problemen zu erarbeiten.

SEIT 2001 BURSCHENARBEIT

Das JugendReferat des Landes OÖ. setzt sich mit geschlechtssensibler Jugendarbeit auseinander, die sich bislang auf spezifische Mädchenarbeit beschränkte.

Als Ergänzung und Erweiterung der "geschlechtsspezifischen Jugendarbeit" bieten wir die Auseinandersetzung mit dem Problemkreis "Burschenarbeit" an.

Dies geht nicht zu Lasten der Mädchenarbeit, ganz im Gegenteil: Die Situation der jungen Frauen kann durch die stärkere Berücksichtigung der spezifischen Probleme der Burschen verbessert werden, weil damit ein partnerschaftliches Miteinander der Geschlechter erleichtert wird.

MÄNNER: GEFÄHRLICH UND GEFÄHRDET

  • Erhöhte Suizidhäufigkeit, etwa 3 bis 4 mal so häufig wie bei Frauen
  • Männer leben im Durchschnitt 6 Jahre kürzer als Frauen
  • Männer kommen 5 mal häufiger durch Unfälle ums Leben als Frauen
  • zwei Drittel aller Spielsüchtigen sind Männer
  • 99 % der Gewalt gegen Kinder geht von Männern aus
  • 95 % der Gewalt in Beziehungen wird von Männern verübt
  • autoaggressives Verhalten (Alkoholmissbrauch)
  • destruktives Sozialverhalten (Vandalismus, Rowdytum, rechtsextreme Betätigung)
  • 90 % der alkoholisierten Lenker sind männlich
  • 75 % aller schweren Autounfälle werden von Männern verursacht

HANS HAT ALS HÄNSCHEN NICHTS GELERNT

Bei Buben, also männlichen Jugendlichen, zeichnet sich diese Entwicklung ebenso signifikant ab:

  • zwei Drittel aller Schulwiederholer in Hauptschulen sind männlich
  • Buben sind in Sonderschulen überrepräsentiert, Hyperaktivität ist 8 mal so häufig wie bei Mädchen
  • psychosomatische Symptome sind bis zu 6 mal so häufig wie bei Mädchen
  • Burschen werden 30 mal so häufig inhaftiert wie Mädchen
  • Burschen begehen 3 mal öfter Selbstmord als Mädchen
  • Burschen verursachen zwei Drittel aller Autounfälle

ANSPRECHPARTNER: MÄNNER

Geschlechtssensible Burschenarbeit geht grundsätzlich davon aus, dass Männer für Burschen bei Problemen und Fragen von Sexualität oder Emotion kompetentere Gesprächspartner sein können (nicht müssen!) als Frauen.

Pubertierende und adoleszierende Burschen werden im Regelfall versuchen, bei einer weiblichen Gesprächspartnerin ihre wahren Gefühle zu verbergen oder ihre Motive zu beschönigen. Das "Nichtansprechen" von seelischer Not kann aber unter gewissen negativen Begleitumständen in bedenkliche Formen von Aggression umschlagen.

Burschen erleben Defizite eher als persönliche Fehler und sie leiden darunter, wenn sie die an sie gerichteten Erwartungshaltungen nicht erfüllen können.

Diese Aggressivität richtet sich einmal gegen sich selbst - in den verschiedenen Ausformungen von Autoaggressivität - zeigt sich aber auch in destruktivem Verhalten gegen die Gesellschaft und ihren Einrichtungen.

PRÄVENTIVE JUGENDARBEIT

Jugendarbeit ist von ihrem Selbstverständnis her im Ansatz präventiv. Geschlechtssensible Burschenarbeit kann ganz spezifisch auf Bedürfnisse junger Menschen eingehen, um ihnen und ihrem sozialen Umfeld das Leben zu erleichtern.

Letzte Änderung am Fri, 03.03.2017 um 09:01 Uhr